Strassenhunde in Rumänien
Die Situation von Strassenhunden in Rumänien ist das Ergebnis historischer, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. Wir wollten uns in Rumänien selbst einen Eindruck von der Situation verschaffen. Im Frühjahr 2024 haben wir während einer Woche 6 verschiedene Shelter besucht und mit den Menschen vor Ort gesprochen. Diese Seite bietet einen Überblick über die wichtigsten Hintergründe und Strukturen.
Wie entstand das Problem?
Die hohe Anzahl an Strassenhunden in Rumänien entwickelte sich über Jahrzehnte. In den 1980er Jahren wurden viele Menschen gezwungen in Plattenbauten zu ziehen. Ihre Hunde blieben auf der Strasse zurück und vermehrten sich unkontrolliert. Nach dem Ende des kommunistischen Ceaușescu-Regimes fehlten klare staatliche Strukturen um das Problem in den Griff zu bekommen. Bis heute prägen wirtschaftliche Unterschiede, fehlende Ressourcen und politische Entscheidungen den Umgang mit Strassenhunden.


Gesetzliche Situation
Die rechtliche Grundlage für den Umgang mit Strassenhunden wurde in Rumänien mehrfach angepasst. Seit 2001 gibt es bereits ein Gesetz, das Hundehalter:innen zur Sterilisation verpflichtet. Vielerorts wird das aber nicht kontrolliert.
Tötungsgesetz
Nach einem Hundeangriff auf einen Jungen im Jahr 2013 verschärft sich die Situation. Es wird ein Gesetz erlassen, das die Euthanasie nicht adoptierter Hunde unter bestimmten bedingungen erlaubt. Wird ein Hund nach 2 Wochen im öffentlichen Shelter nicht abgeholt, so darf er euthanisiert werden. Die Umsetzung des Gesetzes liegt bei den lokalen Authoritäten. Bis heute existieren solche Tötungsshelter.
Der Weg ins Shelter
Manche Hunde werden von Besitzer:innen abgegeben oder ausgesetzt, andere von bezahlten Hundefänger:innen eingesammelt und ins Shelter gebracht. Private Organisationen oder Einzelpersonen übernehmen Hunde aus öffentlichen Sheltern oder direkt von der Strasse.
Sobald die Tiere im Shelter sind werden sie medizinisch untersucht, geimpft, gechipt, entwurmt und sterlisiert.


Öffentliche und private Shelter
Wir haben verschiedene Shelter besucht. Public Shelter werden rein staatlich finanziert. An vielen Orten reicht dies laut lokalen Tierschützerinnen nicht aus. Darum gibt es viele gemischte Modelle, wo Tierschutzorganisationen einen Teil der Kosten übernehmen. Zudem gibt es auch private Projekte, die nur von Vereinen oder Organisationen geführt werden.
Sterilisation und Adoption
Vor Ort ist man sich einig: langfristige Sterilisationsprogramme wären der zentrale Ansatz zur nachhaltigen Reduktion der Strassenhundpopulation. Doch es fehlt an Aufklärung und Kontrolle.
Darum versuchen lokale und internationale Tierschutzorganisationen, Hunde zu vermitteln und Adoptionen zu ermöglichen.


Herausforderungen und Kritik
Der Umgang mit Strassenhunden ist ein kontroverses Thema. Kritisiert werden unter anderem mangelnde Kontrollen, regionale Unterschiede bei der Umsetzung von Gesetzen sowie unzureichende finanzielle und personelle Ressourcen.
Das System lässt Korruption und Tierleid zu, während das Problem nicht nachhaltig gelöst wird.

